Schlagwort-Archive: Ölberg

Sicherheit in Israel – Tipps zum Schutz vor (Trick-)betrügern

Vorab: Israel ist ein sicheres Reiseland und sogar im europäischen Vergleich würde ich sagen, dass wir hier relativ wenig Kleinkriminalität erleben. Trotzdem findet man selbst in Jerusalem Betrüger, die sich vor allem an den von Touristengruppen gerne besuchten Sehenswürdigkeiten aufhalten. Einige davon sind uns als israelische Reiseleiter nur allzu bekannt und wenn man die typischen Vorgehensweisen der Betrüger erstmal verstanden hat, kann man sich gut vor ihnen schützen. Die Idee für diesen kleinen Artikel bekam ich durch ein Video des Journalist Conor Woodman, der an beliebten Sehenswürdigkeiten weltweit eine Serie über die Maschen von (Trick-)betrügern gedreht hat. Der in Israel gefilmten Beitrag der Serie „Scam City“ illustriert sehr genau, wie die Betrüger am Jerusalemer Ölberg, in der Altstadt und an der Klagemauer vorgehen.

1) Der Ölberg in Jerusalem ist für viele Israelreisenden ein Muss. Besonders die Aussichtsplattform ist beliebt, denn von hier aus eröffnet sich ein wunderbarer Blick auf die Altstadt von Jerusalem und den Tempelberg. Dem jüdischen Glauben nach wird von hier der Messias nach Jerusalem gehen und alle Toten auferwecken – daher die unzähligen Gräber am Hang. Für Christen ist dies u.a. der Ort, von dem aus Jesus gen Himmel gefahren ist.

Vorsicht ist auf dem Ölberg vor den zahlreichen Verkäufern von Panorama-Karten geboten. Während die Karte vor ihnen ausgebreitet wird und Sie nach Kleingeld kramen, zieht Ihnen der angebliche Verkäufer, verdeckt durch das Poster, blitzschnell und sehr geschickt mit zwei Fingern weiteres Geld aus dem Portemonnaie. In unten angefügten Video wird das in der Minute 36.42 gezeigt.

Generell ist es empfehlenswert, keine großen Bargeldsummen beim Sightseeing bei sich zu tragen und gut auf Ihre Tasche und das Smartphone zu achten.

2) Vom jüdischen Viertel aus in Richtung der Klagemauer, einem der heiligsten Orte für gläubige Juden, werden auf der Treppe oberhalb des Zugangs von Pseudo-Rabbinern rote Armbänder angeboten. Diese sollen angeblich vor dem „bösen Blick“ schützen und Glück bringen. Nachdem die einfache rote Schnur um das Handgelenk gewickelt wurde, verlangt der angebliche Rabbiner jedoch hohe Summen an Geld, als „Spende“ für seinen Segen.

Tatsächlich wird das rote Band im Judentum selbst eher als Aberglaube abgetan und ist auch in keiner kabbalistischen Quelle zu finden. Die Männer sind also keineswegs religiös sondern einfache Betrüger, die das an Touristen verdiente Geld für eigene Zwecke verwenden. Somit bringt das Band vor allem den Verkäufern Glück und Wohlstand ein.

Lassen Sie sich ihren Israelurlaub nicht von Trickbetrügern verderben und verzichten Sie lieber auf das rote Band und den Kauf von Souvenirs auf dem Ölberg und im Umfeld von beliebten Sehenswürdigkeiten.

Wer Zeit und Lust hat, sich den ganzen Film anzuschauen, wird auch viel über gefälschte Antiquitäten erfahren, die einige Händler der Altstadt aus dem Libanon (römisches Glas) und aus Syrien einführen. Es finden sich aber auch gestohlene echte Antiquitäten, die aus Museen aus dem Irak und Lybien stammen.

Advertisements