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Willkommen auf dem offiziellen Blog von www.reiseleiter-israel.de

Der Blick auf Israel und seine Bevölkerung gleicht einem bunten Bild, das sich aus vielen kleinen Mosaiksteinchen zusammensetzt. Araber und Juden, Religiöse und Säkulare, Sefarden und Aschkenasen, Linke und Rechte. Wer Israel verstehen möchte, muss sich mit den vielen sehr unterschiedlichen Lebensentwürfen der Menschen hier auseinandersetzen. Die schillernde Kunstszene in Tel Aviv, der religiöse Pluralismus in Jerusalem, der Hummus-Fanatismus in Abu Gosh und die Naturspektakel in der israelischen Wüste sind nur Beispiele der ausgeprägten Gegensätze, die dieses Land zu bieten hat.

Ein Steinchen in diesem großen Mosaikbild waren lange Zeit auch die deutschsprachigen Juden in Israel, die dieses Land gerade in den Anfangsjahren maßgeblich mitgeprägt und gestaltet haben.

Nicht zufällig schrieb Theodor Herzl das Begründungswerk des neuen jüdischen Staates 1897 auf Deutsch. Von Herzl stammt auch das berühmte Zitat: “Wir können doch nicht Hebräisch miteinander reden. Wer von uns weiß genug Hebräisch, um in dieser Sprache ein Bahnbillet zu kaufen.”

Als es kurz vor dem ersten Weltkrieg zur Gründung der Technischen Universität in Haifa kam, entbrannte ein heftiger Streit, ob bei aller zionistischen Ideologie nicht doch lieber Deutsch Unterrichtssprache sein sollte. Der “Hilfsvereins der deutschen Juden”, welcher 1914 für den Namen “Technikum” und nicht “Technion” plädierte, drohte gar, der Institution jegliche Hilfe zu verweigern, sollte sich Deutsch nicht als Unterrichtssprache durchsetzen.

Die Dominanz des Deutschen in manchen Teilen Israels war auch den arabischen Nachbarn bekannt. Während des Unabhängigkeitskrieges 1948 warfen Irakische Flugzeuge Flugblätter über der Stadt Nahariya ab, worin sie Zivilbevölkerung – auf Deutsch – dazu aufgefordert wurde, von der Idee der Gründung eines jüdischen Staates Abstand zu nehmen.

Die Zahl der Deutschsprachigen ist in Israel mittlerweile stark zurückgegangen. Obwohl sich die Deutschkurse des Goetheinstituts großer Beliebtheit erfreuen, ist die Szene sehr übersichtlich und klein geworden.

Als Tourguide in Israel betreue ich meist an Politik und Geschichte des Landes interessierte Gruppen. In diesem Blog möchte ich nun – jenseits meiner Führungen durch das Land – etwas über das (und mein) Leben in diesem niemals langweilig werdenden Land erzählen. Ausflug- und Veranstaltungstipps sollen sich hier ebenso finden lassen wie Kommentare zu politisch aktuellen Entwicklungen und neue Erkenntnisse aus der Welt der Archäologie und Geschichte. Zielgruppe des Blogs sind sowohl Israelbesucher wie auch deutschsprachige Israelis und überhaupt alle, die an dem Land und den Menschen interessiert sind.

Über Feedbacks und Kommentare jeglicher Art würde ich mich freuen.