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Alternative Sichtweise auf die “City of David”

George Orwell brachte es in seinem berühmten Buch 1984 auf den Punkt:
“Who controls the past, controls the future: who controls the present, controls the past.”
Wo trifft dieses Zitat mehr zu als auf Jerusalem – oder um es noch genauer zu sagen – in der Davidstadt, wo Geschichte und Gegenwart so eng beieinanderliegen.
Die Davidstadt, auf Englisch “City of David”, ist der Name einer archäologischen Ausgrabungsstätte, welche sich südlich der heutigen Stadtmauern von Jerusalem befindet.Glaubt man der “Ir David Foundation”, befand sich hier der Palast von König David und somit die historische Keimzelle Jerusalems. Doch ob der historische König David (wenn es ihn denn überhaupt gegeben hat) wirklich hier gelebt hat, darf angezweifelt werden. Die „Ir David Foundation“, auch ELAD genannt, ist eine rechte politische Organisation, welche sich das Ziel gesetzt hat, die jüdische Präsenz im heute mehrheitlich von Arabern bewohnten Ostjerusalem zu verstärken. Um dieses Ziel zu erreichen kauft sie „undercover“ Häuser in Ostjerusalem, besiedelt diese und kreiert damit mehr und mehr jüdische Enklaven im arabischen Ostteil der Stadt. Ihr Ziel eines jüdischen Ost-Jerusalem begründet sie durch die zahlreiche – durchaus sehr beeindruckenden – Funde aus der Periode des 1. und des 2. Tempels – welche israelische Archäologen im Laufe der letzten Jahre mit finanzieller Unterstützung von ELAD zutage gebracht haben. Allerdings ist die Darstellung und Interpretation der Funde durch die „Ir David Foundation“ zweifellos sehr einseitig. Kritisiert werden sollte unbedingt, dass Funde aus anderen zeitlichen Epochen kaum rezipiert werden und Funde aus jüdischer Zeit ohne die übliche kritische Vorsicht vorschnell in einen biblischen Kontext gestellt werden. Eine alternative Lesart der Grabungen in der „Davidstadt“ bietet die Internetseite http://www.alt-arch.org/. Der Zusammenschluss israelischer Archäologen und Aktivisten kritisiert den politischen Missbrauch der Grabungen zur der Schaffung eines sehr nationalistischen Narrativs und zeigt weiter die negativen Auswirkungen der Grabungen für den arabischen Stadtteil Jerusalems„Silwan“ auf.

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Ein Gedanke zu „Alternative Sichtweise auf die “City of David”

  1. Awi

    In diesem Zusammenhang waere auch die historische Reflexion ueber den Ort Silwan, die Verortung der dortingen , relativ „neuen“ Bevoelkerung, und die Mythenbildung um Silwan inklusive der seit 1974 immer heftigeren illegalen Bautaetigkeit und Graeberzerstoerung, bitter von Noeten.

    Antwort

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